Beim konventionellen Kaffeeanbau kommen nach einem neuen Bericht zahlreiche Pestizide zum Einsatz, von denen viele in der Europäischen Union bereits verboten sind. Zu diesem Ergebnis kommen Coffee Watch, die Deutsche Umwelthilfe, das INKOTA-Netzwerk und PAN UK in einer gemeinsamen Untersuchung.
Dem Bericht zufolge werden in der Kaffeeproduktion insgesamt 159 Pestizidwirkstoffe verwendet. 59 Prozent davon sind in der EU nicht mehr zugelassen. Die Stoffe werden vor allem in den Anbauländern eingesetzt, obwohl sie dort erhebliche Risiken für Mensch, Natur und Umwelt mit sich bringen. Über den internationalen Handel gelangen Rückstände solcher Mittel dennoch bis in Produkte, die auch in Deutschland konsumiert werden.
Die Organisationen sprechen von doppelten Standards in der Kaffeebranche. Silke Bollmohr vom INKOTA-Netzwerk, Hauptautorin des Berichts, kritisiert, dass Pestizide, die in Europa als zu gefährlich gelten, weiterhin in Kaffeeanbauländer exportiert und dort unter deutlich schwächeren Schutzbedingungen eingesetzt werden. Die gesundheitlichen Folgen träfen vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter, ihre Familien sowie die Menschen in den betroffenen Regionen.
Auch aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ist die Belastung gravierend. Die Organisation verweist darauf, dass Deutschland pro Jahr im Schnitt 1,1 Millionen Tonnen ungerösteten Kaffee importiert. Gleichzeitig profitieren Kaffeefirmen laut Bericht von hohen Erlösen, während in den Anbaugebieten gesundheitliche Schäden, Artenverlust und belastete Böden in Kauf genommen würden.
Die eingesetzten Pestizide stehen laut Bericht mit schweren Folgen wie Krebs und Fortpflanzungsschäden in Zusammenhang. Etwa jede fünfte Tasse Kaffee soll demnach mit giftigen Pestizidrückständen belastet sein. Besonders stark betroffen sind aber die Menschen in den Anbauländern, die den Stoffen oft direkt ausgesetzt sind und vielfach ohne ausreichende Schutzkleidung arbeiten. Bei Rückständen von Glyphosat-Abbauprodukten, dem sogenannten AMPA, wurden in 72 Prozent der Kaffeeproben Rückstände festgestellt.
Der Bericht nennt zudem Beispiele aus wichtigen Anbauländern. In Brasilien wurden demnach bereits 2015 rund 19,8 Millionen Liter Pestizide im Kaffeeanbau eingesetzt. In Vietnam hat sich der Pestizideinsatz innerhalb von 25 Jahren mindestens verdreifacht. In Kenia entfallen laut Bericht 27 Prozent des nationalen Pestizideinsatzes auf den Kaffeeanbau, obwohl Kaffee dort weniger als ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche einnimmt.
Die beteiligten Organisationen fordern deshalb von der Bundesregierung und der Europäischen Union, den Export von in Europa verbotenen Pestiziden zu beenden. Außerdem sollen Unternehmen stärker verpflichtet werden, den Übergang zu einer ökologisch verträglichen und menschenrechtskonformen Kaffeeproduktion mitzufinanzieren.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Umwelthilfe e.V./Veröffentlicht am 25.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.