Die Umstellung der Ernährung gilt längst als unverzichtbarer Bestandteil der Klimawende. Viele Menschen stehen pflanzlichen Produkten offen gegenüber, doch damit sich gesellschaftliche Routinen verändern, braucht es klare und alltagsnahe Orientierungspunkte. Veganuary, die internationale Initiative hinter dem veganen Januar, hat sich zu genau einem solchen entwickelt. Die Kampagne erreicht jedes Jahr Millionen Menschen, ist fester Bestandteil der Lebensmittelbranche und gewinnt zunehmend Bedeutung für politische Entscheidungsprozesse.
Zum Jahresbeginn wächst bei vielen der Wunsch, die eigene Ernährung zu überdenken. Unter dem Leitmotiv, dass man sich nicht neu erfinden müsse, sondern mit kleinen Veränderungen viel erreichen könne, lädt der kommende Veganuary dazu ein, den Januar vollständig pflanzlich zu gestalten. Die Aktion soll verdeutlichen, welchen Beitrag eine vegane Ernährung für Klima, Gesundheit und Tierschutz leisten kann.
Veganuary stärkt Offenheit gegenüber pflanzlichen Alternativen
Was einst als spontane Idee an einem Küchentisch in Yorkshire entstand, hat sich zu einer weltweiten Bewegung entwickelt: Über 25,8 Millionen Menschen nutzten 2025 die Gelegenheit, im Rahmen von Veganuary erstmals eine vegane Ernährung auszuprobieren. Damit hat sich die Initiative zu einem festen Bestandteil gesellschaftlicher Ernährungsdebatten entwickelt.
Umfragen zeigen, dass das Interesse an pflanzlichen Alternativen kontinuierlich zunimmt. Laut einer forsa-Erhebung für den Ernährungsreport des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat bereits jede zweite befragte Person zu solchen Produkten gegriffen. Bei den unter 30-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 70 Prozent. Zudem weisen aktuelle Berichte darauf hin, dass heute rund ein Drittel der Menschen in Deutschland häufiger pflanzliche Alternativen konsumiert als noch vor fünf Jahren.
Auswirkungen auf Handel und Gastronomie
Die Lebensmittelbranche beteiligt sich seit Jahren umfangreich am Veganuary. Zuletzt waren allein in Deutschland erneut über 1.000 Unternehmen dabei. In den vergangenen drei Kampagnen kamen dadurch mehr als 2.700 neue Produkte und Gerichte auf den Markt – viele davon sind mittlerweile dauerhaft verfügbar.
Begleitende Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass während des Veganuary der Fleischabsatz im Einzelhandel spürbar zurückgeht; im Jahr 2024 lag der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei 12,5 Prozent.
Warum der Ansatz überzeugt – Einschätzung des Umweltbundesamts
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Kampagne ist der niedrigschwellige Zugang, mit dem Menschen und Unternehmen dazu eingeladen werden, pflanzliche Ernährung unverbindlich zu testen. Die positive Kommunikationsweise und der Fokus auf die Chancen für Klima, Gesundheit und Tierwohl gelten als zentral.
Auch das Umweltbundesamt bewertet diesen Ansatz als wirksame Möglichkeit, um den Konsum pflanzlicher Lebensmittel im Massenmarkt zu stärken. In einem Bericht zu nachhaltigem Konsum wird hervorgehoben, dass Kampagnen wie Veganuary unterschiedliche gesellschaftliche Akteure zusammenbringen, Ressourcen bündeln und eine große Reichweite erzielen. Besonders erwähnt wird die Vielfalt der beteiligten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – von Unternehmen über prominente Persönlichkeiten bis hin zu Partnerorganisationen.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitskampagne #WareWunder stellt das Bundesamt während des Veganuary verstärkt Pflanzenmilch in den Mittelpunkt. Kommunen und Unternehmen werden ermutigt, Testwochen durchzuführen, um Akzeptanz und Nutzung pflanzlicher Produkte langfristig zu erhöhen.
Aus Sicht der deutschen Veganuary-Leitung zeigt sich, dass die Kampagne hierzulande eine gesellschaftliche Relevanz erreicht hat, die inzwischen auch politische Ebenen einbindet. Dies wird als wichtiges Signal für den weiteren Ausbau und für die voranschreitende Ernährungswende gewertet.
Ein einfacher Start in den veganen Januar
Der kommende Veganuary stellt erneut heraus, wie unkompliziert der Einstieg in eine pflanzliche Ernährung sein kann. Dabei wird betont, dass beliebte Rituale wie der morgendliche Kaffee oder gemeinsame Familiengerichte bestehen bleiben können – lediglich einzelne Zutaten verändern sich. Diese kleinen Anpassungen gelten als potenziell wirkungsvoll, um Klima, Gesundheit und Tiere zu schützen.
Für Menschen, die Unterstützung beim Einstieg wünschen, stellt die Organisation auf veganuary.com/mitmachen kostenfreie Materialien bereit. Dazu gehören eine 31-tägige E-Mail-Serie, ein digitales Starterpaket, Wochenpläne, Einkaufs- und Kochtipps sowie herunterladbare Kochbücher mit Rezepten prominenter Unterstützerinnen und Unterstützer.
Hintergrund zu Veganuary
Veganuary ist eine gemeinnützige Initiative, die weltweit Menschen motiviert, im Januar und darüber hinaus eine vegane Ernährung auszuprobieren. Die Bewegung entstand 2014 in Großbritannien und wächst seitdem stetig. Heute wirkt sie international und trägt maßgeblich dazu bei, die Ernährungswende in Gesellschaft und Wirtschaft voranzubringen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Veganuary/Veröffentlicht am 03.12.2025