Geld und Liebe schließen sich in Partnerschaften in Deutschland offenbar nicht aus. Laut einer neuen repräsentativen Untersuchung von Swiss Life Select in Zusammenarbeit mit YouGov sprechen die meisten Paare offen über finanzielle Themen – und Konflikte treten seltener auf als vermutet. Für die Studie wurden bundesweit über 1.000 Menschen in Beziehungen befragt.
Regelmäßige Gespräche über Geld sind Standard
Einst als Tabu betrachtet, gehört der offene Austausch über Finanzen für fast alle Befragten inzwischen zum Beziehungsalltag. 98 Prozent vertreten die Ansicht, dass eine offene Kommunikation über Geld in einer Partnerschaft wichtig sei. Ein Drittel spricht sogar mindestens einmal pro Woche darüber. Dabei stehen vor allem monatliche Fixkosten und Gehaltsinformationen im Fokus. Nur ein sehr kleiner Teil weiß nicht, wie viel die Partnerperson verdient – wobei Frauen häufiger als Männer angeben, über das Einkommen der Partnerperson nicht im Detail informiert zu sein.
Vertreter von Swiss Life Select weisen darauf hin, dass die Bereitschaft, über Geld zu sprechen, generell zunehme und auch in Beziehungen generationsübergreifend stärker gelebt werde. Themen wie Absicherung, Altersvorsorge und Planung gemeinsamer Ausgaben würden zunehmend als fester Bestandteil der Partnerschaft gesehen. Es werde betont, dass jeder Mensch eigenständig für das Alter vorsorgen sollte und dabei fachliche Unterstützung hilfreich sei. Ein offener Umgang mit Geld könne zudem zur Stabilität innerhalb der Beziehung beitragen.
Wenig Streit ums Geld
Der häufig zitierte Satz, beim Geld höre die Freundschaft auf, spiegelt sich in den Daten kaum wider. Zwar berichten 45 Prozent von gelegentlichen Konflikten, doch regelmäßige Auseinandersetzungen sind mit zwei Prozent äußerst selten. Mehr als die Hälfte der Befragten hat nach eigenen Angaben noch nie über Geld gestritten. Wenn es doch zu Spannungen kommt, liegen meist unterschiedliche Einstellungen zu Ausgaben und Sparverhalten zugrunde. Themen wie Einkommensunterschiede oder persönliche Motive wie Misstrauen oder Eifersucht spielen dagegen eine wesentlich geringere Rolle.
Gemeinsame oder getrennte Finanzen? Beides
Bei der Frage nach gemeinsamen Konten oder finanzieller Unabhängigkeit zeigt sich ein differenziertes Bild. Drei Viertel möchten ihre finanziellen Mittel auch in einer Beziehung eigenständig verwalten können. Gleichzeitig sind rund 69 Prozent der Meinung, dass Geld in einer Partnerschaft zumindest teilweise geteilt werden sollte. Viele Paare verfolgen zudem gemeinsame finanzielle Ziele: Mehr als die Hälfte arbeitet längerfristig auf gemeinsame Wünsche hin – darunter vor allem Immobilieneigentum, finanzielle Freiheit oder größere Reisen. Besonders ausgeprägt ist dies bei jüngeren Generationen.
Fachleute erklären dazu, dass finanzielle Selbstbestimmung für alle Altersgruppen eine zentrale Rolle spiele. Die Kombination aus eigenen finanziellen Entscheidungen und gemeinsamen Projekten müsse kein Widerspruch sein. Zusätzliche individuelle Vorsorge könne Abhängigkeiten vorbeugen, während gemeinsame Ziele eine Partnerschaft sogar stärken könnten.
Altersvorsorge: Skepsis gegenüber der gesetzlichen Rente
Das Thema finanzielle Sicherheit im Alter beschäftigt viele Paare. Eine deutliche Mehrheit äußert Unsicherheit über die eigene Zukunft, während nur ein kleinerer Teil entspannt auf das Alter blickt. Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist gering: Nur ein Viertel hält sie für ausreichend, bei jüngeren Paaren ist es sogar nur ein Fünftel. Daher gewinnt private Vorsorge an Bedeutung. Die meisten setzen dabei auf Eigenverantwortung und überlassen Vorsorgethemen nicht der Partnerperson. Auffällig ist jedoch, dass besonders jüngere Paare häufiger als ältere Generationen Teile ihrer Vorsorgeplanung an den Partner delegieren. Dennoch vertrauen fast 70 Prozent auf eine Mischung aus gemeinsamer und individueller Altersvorsorge.
Expertinnen und Experten bewerten diese Haltung als Ausdruck von Realismus und Verantwortungsgefühl. Gerade jüngere Paare hätten wenig Illusionen über die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente. Deshalb kombinierten viele eine individuelle Absicherung mit gemeinsamen Strategien, ohne dabei finanzielle Abhängigkeiten zu riskieren. Dies wird als Zeichen finanzieller Reife interpretiert.
Hintergrund zur Studie
Für die Untersuchung wurden zwischen dem 25. September und dem 6. Oktober 2025 insgesamt 1.022 Personen online befragt. Die Stichprobe wurde nach Familienstand und Elternstatus quotiert und anschließend entsprechend gewichtet.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Swiss Life Select/Veröffentlicht am 13.11.2025