Plug-in-Hybride: Realverbrauch viel höher als angegeben

Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts kommt zu dem Ergebnis, dass sogenannte Plug-in-Hybride im Alltag deutlich mehr Kraftstoff benötigen, als es die Herstellerangaben vermuten lassen. Während der Normverbrauch in einem Beispiel mit 1,5 Litern pro 100 Kilometer ausgewiesen wird, liegt der reale Verbrauch demnach bei rund 6 Litern.

Aus Sicht des ökologischen Verkehrsclubs VCD stützen diese Werte die Einschätzung, dass Plug-in-Hybride nur einen sehr geringen, wenn überhaupt messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der VCD-Sprecher Michael Müller-Görnert spricht sich deshalb dafür aus, die staatliche Förderung für diese Antriebsform zu beenden.

Er verweist darauf, dass die vorliegenden Daten klar zeigten, wie stark die Abweichung zwischen Prospektwerten und Praxis ausfalle: Im Durchschnitt werde im täglichen Einsatz etwa ein Mehrverbrauch um den Faktor vier gegenüber den Herstellerangaben festgestellt. Zudem liege der Verbrauch im Mittel nur knapp unter dem klassischer Fahrzeuge mit reinem Verbrennungsmotor, wodurch der Klimanutzen kaum ins Gewicht falle.

Die Studie bestätige damit nach Darstellung des VCD eine Position, die der Verband seit Langem vertrete: Plug-in-Hybride seien für Verbraucherinnen und Verbraucher irreführend bewertet und technisch eher ein Modell auf dem Rückzug. Entsprechend solle es dafür keine Förderung mehr geben. Stattdessen, so die Forderung, solle eine neue Kaufprämie der Bundesregierung ausschließlich batterieelektrischen Fahrzeugen zugutekommen und – abweichend von bisherigen Planungen – auch gebrauchte E-Autos einbeziehen. Das könne den Klimaschutz stärken und zugleich Haushalte mit geringem Einkommen entlasten.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von VCD Verkehrsclub Deutschland e.V./Veröffentlicht am 18.02.2026

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