Wer im Urlaub mit dem Auto unterwegs ist, muss sich in vielen beliebten Reiseländern auf Linksverkehr einstellen. Das gilt etwa für Großbritannien, Australien oder Malta. Für Fahrerinnen und Fahrer aus Deutschland bedeutet das zunächst eine deutliche Umstellung. Mit etwas Vorbereitung und einer bewussten Fahrweise lässt sich diese Herausforderung jedoch gut bewältigen.
Nach Einschätzung von Alexander Held, Kfz- und Versicherungsexperte der Verti Versicherung AG, wirkt der Wechsel anfangs ungewohnt, sei aber kein Grund, im Urlaub auf das Autofahren zu verzichten. Mit Aufmerksamkeit und etwas Übung funktioniere die Umstellung meist schneller als gedacht.
Fehler passieren vor allem am Anfang
Besonders in den ersten Stunden im Linksverkehr ist hohe Konzentration gefragt. Viele gewohnte Handlungen laufen im Straßenverkehr automatisch ab, etwa beim Abbiegen oder beim Einordnen. Genau deshalb passieren typische Fehler meist zu Beginn. Hilfreich kann es sein, die ersten Fahrten bewusst ruhig anzugehen und anfangs stark befahrene Straßen möglichst zu meiden.
Als sinnvoll gilt auch ein Mietwagen. Ein Fahrzeug mit Lenkrad auf der rechten Seite bietet gerade zu Beginn zusätzliche Orientierung. Die Pedale sind dabei gleich angeordnet wie in Deutschland, sodass keine Gefahr besteht, Gas und Bremse zu verwechseln. Wer die Möglichkeit hat, sollte außerdem ein Auto mit Automatikgetriebe wählen, um sich ganz auf den Verkehr konzentrieren zu können.
Abbiegen, Überholen und Kreisverkehre verlangen Umdenken
Zu den größten Herausforderungen im Linksverkehr gehören das Abbiegen und das Überholen. Besonders beim Rechtsabbiegen besteht das Risiko, aus Gewohnheit auf der falschen Straßenseite zu landen. Deshalb hilft es, sich vor dem Abbiegen kurz bewusst zu machen, dass anschließend die linke Spur angesteuert werden muss.
Auch im Kreisverkehr ist Umdenken nötig. Der Verkehr fließt dort im Uhrzeigersinn, und die Spurwahl ist im Vergleich zu Deutschland spiegelverkehrt. Wer die erste Ausfahrt nehmen möchte, ordnet sich links ein. Generell ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu orientieren und rechtzeitig zu blinken.
Held weist außerdem auf einen häufigen Irrtum hin: Die in Deutschland bekannte Regel „rechts vor links“ lässt sich im Linksverkehr nicht einfach umkehren. Ein „links vor rechts“ gibt es nicht. In England werden Vorfahrten an Kreuzungen in der Regel eindeutig durch Schilder oder Fahrbahnmarkierungen geregelt. In Australien dagegen gilt trotz Linksverkehr weiterhin „rechts vor links“, sofern keine Ampeln, Stoppschilder oder „Give way“-Schilder etwas anderes vorgeben. Ein Blick auf die Verkehrsregeln des Reiselandes vor der Abfahrt ist deshalb besonders wichtig.
Technik und Vorbereitung helfen zusätzlich
Navigationssysteme können bei Fahrten im Ausland eine große Unterstützung sein, weil sie frühzeitig auf Spurwechsel und Abbiegemanöver hinweisen. Auch eine gute Routenplanung vor der Fahrt kann den Stress deutlich senken. Wer bereits weiß, wo es langgeht, kann sich besser auf das Fahren konzentrieren.
Hilfreich ist zudem eine Begleitperson, vor allem bei den ersten Strecken. Sie kann den Verkehr im Blick behalten und frühzeitig auf mögliche Fehler aufmerksam machen, etwa beim Abstand zur linken Fahrzeugseite. Gerade dort entstehen häufig kleinere Schäden, weil viele Fahrer unterschätzen, wie viel Fahrzeug sich links von ihnen befindet.
Auch der Versicherungsschutz spielt eine Rolle
Die richtige Fahrspur einzuhalten, ist nicht nur für die Sicherheit entscheidend, sondern auch für den Versicherungsschutz. Wer im Linksverkehr aus Gewohnheit auf der rechten Straßenseite fährt und dadurch einen Unfall verursacht, riskiert Probleme mit der Kaskoversicherung. Nach einem Urteil des Landgerichts Mainz wurde ein solches Verhalten als grob fahrlässig eingestuft, sodass die Versicherung nicht für den Schaden aufkommen musste.
Vor der Reise sollte deshalb auch geprüft werden, ob die eigene Kfz-Versicherung im Zielland gilt und ob die Deckungssummen ausreichend sind. Ebenso wichtig ist die Frage, ob Kaskoschutz, Schutzbrief und Pannenhilfe auch im Ausland greifen und an wen man sich im Schadenfall wenden muss. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein zu klären, welche Eigenkosten bei Unfall, Diebstahl oder einem Mietwagen entstehen können und ob Unterlagen wie die Grüne Karte mitgeführt werden sollten.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Verti Versicherung AG/Veröffentlicht am 09.06.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.