Weiterbildung gilt in vielen Unternehmen als wichtiges Mittel, um Kompetenzen auszubauen und Mitarbeitende langfristig an den Betrieb zu binden. Die Randstad-ifo-HR-Befragung zum ersten Quartal 2026 macht jedoch deutlich, dass Beschäftigte ab 50 Jahren erheblich seltener an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen als jüngere Kolleginnen und Kollegen. Gerade diese wachsende Gruppe gewinnt angesichts des Fachkräftemangels zunehmend an Bedeutung, wird bei Weiterbildungsangeboten jedoch oft weniger berücksichtigt.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Erhebung zählt, dass 66 Prozent der Unternehmen Weiterbildung gezielt im Recruiting einsetzen. Im Jahr 2025 nahm insgesamt 31 Prozent der Beschäftigten an Weiterbildungen teil. Bei den Mitarbeitenden über 50 zeigt sich jedoch ein deutlicher Rückstand: 18 Prozent von ihnen nehmen nie an Weiterbildungen teil, während dieser Anteil bei den unter 50-Jährigen nur bei 6 Prozent liegt. Gleichzeitig nehmen lediglich 8 Prozent der Beschäftigten über 50 sehr häufig an Weiterbildungen teil, bei den Jüngeren sind es 15 Prozent. Zudem verzichten 7 Prozent der Unternehmen vollständig auf Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende über 50, während dies bei den unter 50-Jährigen nur auf 2 Prozent zutrifft.
Grundsätzlich hat Weiterbildung für Unternehmen einen hohen Stellenwert. Für 61 Prozent steht dabei der Erwerb neuer Fähigkeiten im Mittelpunkt. 60 Prozent verfolgen mit Weiterbildungsmaßnahmen das Ziel, Motivation und Bindung der Mitarbeitenden zu stärken. Weitere 43 Prozent wollen bereits vorhandene Kompetenzen vertiefen. Im Jahr 2025 nahm damit knapp ein Drittel der Beschäftigten an einer Weiterbildung teil, was dem Niveau des Vorjahres entspricht.
Vor allem bei älteren Beschäftigten wird jedoch eine deutliche Lücke sichtbar. In der Altersgruppe über 50 ist der Anteil derjenigen, die nie an einer Weiterbildung teilnehmen, dreimal so hoch wie bei jüngeren Mitarbeitenden. Darüber hinaus geben Unternehmen bei älteren Beschäftigten häufiger an, gar kein passendes Weiterbildungsangebot vorzuhalten.
Dr. Christoph Kahlenberg, Leiter der Randstad Akademie bei Randstad Deutschland, betonte, Weiterbildung sei ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Umso problematischer sei es, wenn Beschäftigte über 50 deutlich seltener erreicht würden. Wer diese Gruppe als Arbeitgeber vernachlässige, verzichte auf eine wichtige Möglichkeit, mit Blick auf die demografische Entwicklung Kompetenzen im Unternehmen zu sichern und Mitarbeitende dauerhaft anschlussfähig zu halten.
Die Maßnahmen vieler Unternehmen konzentrieren sich bislang stärker auf den Verbleib älterer Beschäftigter im Unternehmen als auf deren gezielte Weiterentwicklung. Bereits 37 Prozent der Beschäftigten in den befragten Unternehmen sind älter als 50 Jahre. Bei Neueinstellungen liegt ihr Anteil dagegen nur bei 17 Prozent. Gleichzeitig geben 38 Prozent der Unternehmen an, gezielte Maßnahmen einzusetzen, um ältere Mitarbeitende länger im Unternehmen zu halten. Am häufigsten setzen sie dabei auf flexible Arbeitsmodelle, die von 87 Prozent genannt werden. Hinzu kommen altersgerechte Arbeitsplätze mit 50 Prozent sowie Angebote zur Gesundheitsförderung mit 43 Prozent. Gezielte Weiterbildungen spielen in diesem Zusammenhang hingegen nur bei 9 Prozent der Unternehmen eine Rolle.
Dr. Christoph Kahlenberg wies zudem darauf hin, dass Unternehmen den Wert von Erfahrung und Fachwissen älterer Beschäftigter längst erkannt hätten. Deshalb sei es entscheidend, diese Gruppe nicht nur länger im Betrieb zu halten, sondern sie auch gezielt auf neue Anforderungen vorzubereiten. Gerade vor dem Hintergrund längerer Erwerbsbiografien im Zuge des demografischen Wandels müsse Weiterbildung für Beschäftigte über 50 deutlich stärker mitgedacht werden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Randstad Deutschland GmbH & Co. KG/Veröffentlicht am 15.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.