Der aktuelle kununu Gehaltscheck 2026 zeigt, dass die Einkommen in Deutschland weiter moderat zulegen, strukturelle Unterschiede jedoch bestehen bleiben. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei 51.272 Euro und damit um 2,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Grundlage der Analyse sind mehr als 1,13 Millionen Gehaltsangaben aus ganz Deutschland, womit es sich um den bislang umfangreichsten Gehaltsreport handelt. Trotz des Einkommensanstiegs verharrt die Gehaltszufriedenheit nahezu auf dem bisherigen Niveau und erreicht aktuell 57 Prozent.
Die Auswertung macht erneut erhebliche regionale Differenzen sichtbar. Besonders hohe Durchschnittsgehälter werden in Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg erzielt. In Hessen erreichen Beschäftigte im Mittel 55.064 Euro, gefolgt von Hamburg mit 54.332 Euro und Baden-Württemberg mit 53.890 Euro. Deutlich niedriger fallen die Einkommen in den ostdeutschen Bundesländern aus. In Mecklenburg-Vorpommern liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 42.660 Euro, in Sachsen bei 43.581 Euro und in Sachsen-Anhalt bei 43.780 Euro. Zwischen dem best- und dem schwächsten Bundesland ergibt sich damit eine Einkommensdifferenz von 29,1 Prozent.
Städteranking: Große Spreizung zwischen Spitzenreitern und Schlusslichtern
Auch auf Stadtebene zeigen sich klare Unterschiede. An der Spitze des Rankings steht Stuttgart mit einem durchschnittlichen Einkommen von 59.189 Euro und verdrängt damit Frankfurt knapp auf den zweiten Platz, wo im Mittel 59.150 Euro erzielt werden. München folgt mit 58.973 Euro auf Rang drei. Ebenfalls unter den fünf einkommensstärksten Großstädten finden sich Bonn und Düsseldorf. Demgegenüber liegen ostdeutsche Städte wie Dresden mit 46.743 Euro und Leipzig mit 45.127 Euro weiterhin deutlich unter dem Großstadtdurchschnitt. Im Ruhrgebiet rangieren Bochum, Duisburg und Essen ebenfalls im unteren Bereich. Der Abstand zwischen Stuttgart als Spitzenreiter und Leipzig als Schlusslicht beträgt 31,2 Prozent.
Gender Pay Gap bleibt ausgeprägt – besonders in Führungsfunktionen
Der Bericht macht deutlich, dass die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen weiterhin erheblich ist. Männer erzielen im bundesweiten Durchschnitt ein Jahresgehalt von 53.856 Euro, während Frauen auf 47.028 Euro kommen. Die Differenz beläuft sich damit auf 6.828 Euro. Zwar verzeichnen Frauen prozentual einen etwas stärkeren Gehaltszuwachs als Männer, an der grundlegenden Ungleichheit ändert dies jedoch wenig. Besonders groß fällt der Unterschied aus, sobald Führungsverantwortung ins Spiel kommt. Führungskräfte verdienen im Schnitt 61.062 Euro jährlich. Männer in Leitungspositionen erreichen dabei durchschnittlich 64.182 Euro, Frauen mit Personalverantwortung hingegen lediglich 53.793 Euro. Der Einkommensabstand von 10.389 Euro übertrifft damit den allgemeinen Gender Pay Gap deutlich.
Erfahrung, Verantwortung und Unternehmensgröße als zentrale Faktoren
Neben Region und Geschlecht beeinflussen vor allem Berufserfahrung, Führungsverantwortung und die Größe des Unternehmens die Gehaltshöhe. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger mit bis zu drei Jahren Erfahrung erhalten durchschnittlich 44.876 Euro. Mit mehr als zehn Jahren Berufspraxis steigt das Einkommen auf 59.023 Euro, was einem Plus von über 31 Prozent entspricht. Noch stärker wirkt sich die Übernahme von Personalverantwortung aus: Wer ein Team führt, verdient im Schnitt nahezu 12.500 Euro mehr als Beschäftigte ohne Führungsaufgaben.
Auch die Unternehmensgröße spielt eine wesentliche Rolle. In Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitenden liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 49.470 Euro. Große Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten zahlen hingegen im Mittel 58.767 Euro und damit rund 19 Prozent höhere Gehälter.
Zur Methodik der Studie
Der kununu Gehaltscheck 2026 basiert auf insgesamt 1,13 Millionen ausgewerteten Gehaltsangaben, davon etwa 615.000 aus dem Jahr 2025. Berücksichtigt wurden ausschließlich Vollzeitbeschäftigte. Unplausible oder untypische Angaben wurden mithilfe eines etablierten Qualitätsverfahrens ausgeschlossen oder erst nach zusätzlicher Bestätigung in die Analyse aufgenommen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von kununu GmbH/Veröffentlicht am 07.01.2026