Beim Autokauf gewinnen elektrische Antriebe in Deutschland weiter an Bedeutung. Laut der „TÜV Mobility Studie 2026“ würde jeweils ein Viertel der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger bei einem Autokauf ein reines Elektroauto oder ein Hybridfahrzeug bevorzugen.
Nur 35 Prozent würden sich für einen Verbrenner entscheiden. Vier Prozent nennen ein Auto mit Wasserstoffantrieb als bevorzugte Option. Elf Prozent sind unentschlossen oder würden gar kein Auto kaufen.
Grundlage der Studie ist eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 2.504 Personen ab 18 Jahren.
Elektromobilität rückt in den Mainstream
Auch unter Menschen, die eigentlich einen Verbrenner oder Hybrid bevorzugen, kommt ein reines Elektroauto für fast ein Viertel grundsätzlich infrage. TÜV-Verbandsgeschäftsführer Dr. Joachim Bühler sieht darin ein Signal, dass Elektromobilität vor dem Durchbruch steht.
Aus seiner Sicht haben ein breiteres Angebot an E-Autos, neue staatliche Förderungen und hohe Spritpreise viele Kaufinteressierte zum Umdenken bewegt. Auch die aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zeigen diesen Trend.
Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 26 Prozent der Pkw-Neuzulassungen auf reine Elektroautos. Plug-in-Hybride kamen auf elf Prozent, sonstige Hybride auf 29 Prozent. Benzin- und Diesel-Pkw erreichten zusammen nur noch einen Marktanteil von 34 Prozent. Gleichzeitig wächst der Markt für elektrische Gebrauchtwagen.
Vorbehalte gegen E-Autos bleiben bestehen
Trotz wachsender Offenheit gibt es weiterhin deutliche Vorbehalte gegenüber batterieelektrischen Fahrzeugen. Am häufigsten nennen die Befragten die hohen Anschaffungskosten. 57 Prozent sehen darin ein Hindernis.
52 Prozent verweisen auf eine zu geringe Reichweite, 50 Prozent auf zu wenige Ladestationen. Gerade in Großstädten wird die Ladeinfrastruktur überdurchschnittlich häufig kritisiert. Dort beklagen 58 Prozent zu wenige Lademöglichkeiten.
Für Besitzerinnen und Besitzer von E-Autos zählen außerdem geringere Reichweiten im Winter, intransparente Preise an öffentlichen Ladesäulen sowie komplizierte Bezahlsysteme zu den größten Problemen im Alltag.
Der TÜV-Verband fordert deshalb einen weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, vor allem in Ballungsräumen. Zudem müssten defekte Ladesäulen, unklare Preise und komplexe Bezahlsysteme aus Sicht des Verbands schneller überwunden werden.
Auto bleibt wichtigstes Verkehrsmittel
Trotz des Wandels bei den Antrieben bleibt das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. 83 Prozent der Befragten nutzen mindestens einmal pro Woche einen Pkw. 63 Prozent gehen regelmäßig zu Fuß.
20 Prozent fahren regelmäßig mit einem klassischen Fahrrad, 14 Prozent mit einem Elektrorad und ein Prozent mit einem Lastenrad. Den öffentlichen Personennahverkehr nutzen 20 Prozent mindestens einmal pro Woche, Regionalbahnen sieben Prozent.
Deutliche Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land. In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern nutzen 96 Prozent regelmäßig ein Auto. In Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern liegt der Anteil noch bei 66 Prozent.
Beim ÖPNV ist das Stadt-Land-Gefälle besonders ausgeprägt. In kleineren Orten unter 100.000 Einwohnern nutzen nur acht bis zwölf Prozent regelmäßig Busse und Bahnen. In Großstädten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern sind es 35 Prozent, in Metropolen 47 Prozent.
Mehrheit will stärkere Förderung von Bus und Bahn
Der Wunsch nach besseren öffentlichen Verkehrsangeboten ist groß. 76 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger fordern eine stärkere Förderung des ÖPNV. 72 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung für den Regional- und Fernbahnverkehr.
Andere Verkehrsmittel folgen mit Abstand. Eine stärkere Förderung des Fußverkehrs befürworten 54 Prozent, des Radverkehrs 51 Prozent, der Elektromobilität ebenfalls 51 Prozent und des Pkw-Verkehrs 50 Prozent.
Auch bei der Frage nach lebenswerterer Mobilität in Städten und Kommunen steht der Ausbau öffentlicher Angebote weit oben. 92 Prozent sprechen sich für einen besseren ÖPNV in ländlichen Regionen aus. 83 Prozent befürworten sichere Fahrradwege und Fahrradstellplätze. 55 Prozent wünschen sich zusätzliche Sharing-Angebote für Autos oder Fahrräder.
Einschränkungen für Autos bleiben umstritten
Maßnahmen zur Einschränkung des Autoverkehrs in Innenstädten werden dagegen kontrovers bewertet. 54 Prozent lehnen solche Eingriffe in ihrer Innenstadt oder ihrem Gemeindezentrum ab. 40 Prozent befürworten sie.
Selbst in Metropolen halten sich Skepsis und Zustimmung nahezu die Waage. 49 Prozent lehnen Einschränkungen dort ab, 47 Prozent befürworten sie.
Einigkeit besteht eher darüber, wie der Autoverkehr in Innenstädten reduziert werden könnte. 91 Prozent halten einen besseren ÖPNV für geeignet. 77 Prozent nennen mehr Park-and-Ride-Flächen am Stadtrand, 69 Prozent eine stärkere Förderung des Radverkehrs.
Deutlich weniger Zustimmung erhalten höhere und flächendeckende Parkgebühren, eine City-Maut oder die Reduzierung von Pkw-Parkplätzen.
Schlechter Zustand von Straßen und Wegen
Bei der Verkehrsinfrastruktur stellen die Befragten ihren Wohnorten ein kritisches Zeugnis aus. Zwei von drei bewerten den Zustand von Straßen, Radwegen und Gehwegen als eher schlecht oder sehr schlecht.
50 Prozent halten die Verfügbarkeit von Radwegen für unzureichend. 49 Prozent kritisieren fehlende Pkw-Parkplätze. 48 Prozent bewerten die Barrierefreiheit im Verkehrsraum als schlecht, 47 Prozent die Verfügbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs.
Besonders kritisch sehen viele, dass die Bedürfnisse schutzbedürftiger Gruppen zu wenig berücksichtigt werden. 74 Prozent finden, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen in der Verkehrsplanung zu wenig beachtet werden. Jeweils 67 Prozent sagen das über ältere Menschen ab 75 Jahren und über Schulkinder, die allein unterwegs sind.
Mehr Sicherheit für Fuß- und Radverkehr gefordert
Für mehr Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern halten 90 Prozent eine bessere Instandhaltung der Gehwege im Winter für wichtig oder sehr wichtig. 84 Prozent nennen barrierefreie Infrastruktur, 79 Prozent sichere Überwege und 64 Prozent mehr verkehrsberuhigte Bereiche in Wohngebieten.
Auch beim Radverkehr steht Sicherheit im Mittelpunkt. 86 Prozent wünschen sich eine bessere Instandhaltung der Radwege im Winter. 81 Prozent halten den Ausbau von Radwegen, die vom Autoverkehr getrennt sind, für wichtig oder sehr wichtig.
TÜV-Verband fordert Vision Zero als Leitprinzip
Der TÜV-Verband fordert, die Verkehrspolitik stärker an den Bedürfnissen besonders schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmender auszurichten. Die Vision Zero, also das Ziel von null Verkehrstoten, solle im Straßenverkehrsgesetz verankert werden.
Dazu gehören aus Sicht des Verbands sichere Schulwege, barrierefreie Straßenquerungen, gute Sichtbeziehungen, ausreichend lange Grünphasen und eine Radinfrastruktur, die auch von E-Bikes, E-Scootern und Lastenrädern genutzt werden kann.
Auch der öffentliche Personenverkehr müsse politisch höher priorisiert werden. Eine große Mehrheit wünsche sich einen besseren ÖPNV sowie verlässlichen Regional- und Fernbahnverkehr.
Batteriecheck für gebrauchte E-Autos gefordert
Bei der Elektromobilität dürfe die Politik nach Einschätzung des TÜV-Verbands nicht nachlassen. Öffentliches Laden müsse einfacher, transparenter und zuverlässiger werden.
Zugleich müsse der Gebrauchtwagenmarkt gestärkt werden, weil viele Menschen sich keinen Neuwagen leisten können. Für gebrauchte E-Autos seien verlässliche Informationen zum Batteriezustand besonders wichtig. Der TÜV-Verband spricht sich deshalb für einen standardisierten Batteriecheck aus.
Darüber hinaus sieht der Verband Handlungsbedarf bei der Digitalisierung der Fahrzeugtechnik. 83 Prozent der Befragten halten eine unabhängige Überprüfung digitaler Fahrzeugsysteme für wichtig. Assistenzsysteme sollten im Rahmen der Hauptuntersuchung auf Funktion und Wirkung geprüft werden können.
Auch sicherheits- und emissionsrelevante Fahrzeugsoftware müsse überprüfbar sein, damit Manipulationen und unzulässige Veränderungen erkannt werden können.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von TÜV-Verband e. V./Veröffentlicht am 25.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.